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Mentoring für MigrantInnen: Mehr als 2.300 haben bereits teilgenommen

Im Gespräch mit Frau Mag. Dr. Mirela Memic, Leitung Bereich Werte und Orientierung des ÖIF

Viele Menschen möchten beruflich auf steigen und erfolgreich sein. Dies scheint bei Personen mit Migrationshintergrund oft schwieriger zu sein. Der ÖIF hat verschiedenste Angebote im Programm, unter anderem „Mentoring für MigrantInnen“. Könnten Sie das Projekt kurz beschreiben?

„Mentoring für MigrantInnen” ist eine bundesweite, gemeinsame Initiative des Österreichischen Integrationsfonds, der Wirtschaftskammer Österreich und des Arbeitsmarktservices, deren Ziel es ist, erfahrene Personen aus der österreichischen Wirtschaft (Mentor/innen) mit qualifizierten Zuwander/innen (Mentees) zusammenzubringen, und Migrant/innen so beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder in eine berufsrelevante   Aus-/Weiterbildung zu unterstützen. Vielen in Österreich lebenden Personen fehlt der Kontakt und die informellen Kenntnisse über den Arbeitsmarkt. Mentoring für MigrantInnen leistet hier einen wichtigen Beitrag.

 

Seit wann gibt es dieses Programm und wie viele MigrantInnen haben bereits teilgenommen?

Nach der erfolgreichen Umsetzung des Pilotprojekts in Wien im Jahr 2008, wurde die Initiative auch in den anderen Bundesländern umgesetzt. Seit 2008 nahmen über 2.300 Personen an dem Projekt teil.

 

Wer genau ist die Zielgruppe, wer kann sich anmelden?

Mentees sind qualifizierte Personen mit Migrationshintergrund. Je nach Branchenhintergrund der Mentor/innen wird entschieden, welche Teilnehmer/innen mit dem entsprechenden passenden Hintergrund in das Programm aufgenommen werden können, um für die Mentees den größtmöglichen Output aus dem Projekt zu gewährleisten.

 

Wie lange dauert das Programm und wie wird gearbeitet?

Ein Projektdurchgang dauert sechs Monate. Pro Jahr gibt es einen Durchgang, der mit einer Auftaktveranstaltung beginnt, bei der sich die Mentoring-Paare kennenlernen und Kontakt miteinander aufnehmen, und einer Abschlussveranstaltung endet. Zwischen diesen beiden Veranstaltungen geben MentorInnen im Laufe eines Durchgangs praktische Tipps im Bewerbungsprozess, helfen mit ihren Kontakten beim Aufbau eines beruflichen Netzwerks und entwickeln gemeinsam mit ihren Mentees einen maßgeschneiderten Karriereplan. Bei den Mentees handelt es sich um qualifizierte Personen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Pro Monat sind mindestens fünf Stunden gemeinsamen Kontakts zwischen Mentor/in und Mentee angesetzt. Begleitend dazu bieten ÖIF, WKO und AMS Veranstaltungen, Workshops und Seminare an.

 

Haben Sie Kontakt zu früheren Teilnehmer/innen? Konnten diese ihre eigenen Ziele verwirklichen und sind Sie jetzt erfolgreich in ihrem Beruf?

Während eines Durchgangs finden meist rund ein Drittel aller Teilnehmer/innen bereits einen Beruf, der ihren Qualifikationen entspricht. Am Ende jedes Durchgangs findet eine Evaluierung statt. Laut den Ergebnissen der Evaluierung des Mentoringdurchganges in Wien/NÖ – 2018/2019 unter den MentorInnen, sehen 100 % Mentoring als sehr sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Arbeitsmarkteingliederung an. Von der Mentoringpartnerschaft profitieren nicht nur Mentees sondern auch MentorInnen, Unternehmen und Gesellschaft und das auch langfristig.

 

Ist Ihnen ein Mentee oder eine Erfolgsgeschichte besonders in Erinnerung geblieben?

Ja, ein russisch-ukrainischer Teilnehmer konnte Ende 2018 durch Unterstützung seines Mentors sein eigenes Gastronomie-Unternehmen in Wien-Währing eröffnen, welches eine Kombination aus österreichischer und ukrainischer Küche anbietet. Aber es gibt erfreulicherweise jedes Jahr zahlreiche Erfolgsgeschichten.

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